Bergbau und Energie

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Erdöl ist mit einem Anteil von ca. 40% am Weltenergieverbrauch nach wie vor der wichtigste Energieträger der Weltwirtschaft. Nach einem kometenhaften Aufstieg in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts hat dieser vielseitige Energie-Rohstoff, der als sog. fossiler Energieträger eigentlich gespeicherte Sonnenenergie darstellt, nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit den Fünfziger/Sechziger-Jahren die Kohle als Motor der ersten industriellen Revolution überholt und behauptet trotz zunehmender Konkurrenz des Erdgases auch zum ausgehenden Jahrtausend seine Vormachtstellung. Er ist nach wie vor führend im Transportsektor, als Rohstoff für die Petrochemie Grundstoff für eine große Palette von Produkten, verteidigt mit leichten Verlusten seine Stellung im Wärmemarkt, während der Einsatz in der Elektrizitätserzeugung, wo eine Substitution durch andere Energieträger unproblematisch ist, stark zurückgefahren wurde.

Die Verfügbarkeit von Erdöl bedeutet Macht und Einfluß. Auf einer Woge von Öl sind die Alliierten in beiden Weltkriegen zum Sieg gelangt, um diesen Rohstoff sind in diesem Jahrhundert mehrere Kriege geführt worden und er bildet die Grundlage für einen nie dagewesenen Wohlstand in Industrie- und Schwellenländern. Das Kartell OPEC, das über Zweidrittel der Rohölreserven verfügt, hat durch koordinierte Angebotsdrosselung und konsequente Einhaltung dieser "Quotendisziplin" seit Anfang 1999 eine Art "künstliche Verknappung" hervorgerufen, damit den Welt-Rohölmarkt von einem nachfragedominierten zu einem angebotsdominierten Markt umfunktioniert und dadurch den Erdölpreis in einem Jahr mehr als verdoppelt.

Weitgehend unstrittig sind die gegenwärtigen weltweiten Erdöl-Reserven von ca. 150 Mrd. Tonnen, das entspricht bei einer gegenwärtigen Förderung von ca. 3,5 Mrd. Tonnen pro Jahr einer statischen Reichweite von etwas über 40 Jahren. Der hierfür häufig gebrauchte Begriff "Lebensdauer" ist irreführend, da es sich um eine statische Momentaufnahme in einem dynamischen System handelt, bei dem sowohl neue Reserven erschlossen werden als auch die Förderung Schwankungen unterliegt. Eine Lagerstätte kann auch nicht auf gleichem Niveau bis zur totalen Erschöpfung der Reserven gefördert werden. Bisher sind in der Geschichte der Menschheit ca. 120 Mrd. Tonnen Erdöl gewonnen worden, ganz überwiegend in diesem Jahrhundert. Strittig sind die noch zu findenden Reserven, die sowohl vom Ressourcenpotential als auch von Technologie- und Preisentwicklung beeinflusst werden. Eine kumulierte Förderung von 120 Mrd. Tonnen, gegenwärtige Reserven von ca. 150 Mrd. Tonnen und nach konservativer Schätzung noch zu findende ca. 80 Mrd. Tonnen ergibt ein Gesamtpotential von ca. 350 Mrd. Tonnen.

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